Das Steinbank-Projekt. Künstlerporträts — Georg Krause


Horst Bartnig, Foto: Georg Krause

30.05. – 22.08.2026

Eröffnung: Freitag, 29. Mai, 19 Uhr

Begrüßung: Marco Brauchmann, Bezirksstadtrat für Weiterbildung und Kultur, Schule und Sport
Einführung: Petra Hornung, Kunsthistorikerin

DJ-Set: Krizzi with the k! / Gallery Jazz

Keine einzige Steinbank werden wir finden in dieser Schau, der so kunstvoll intensiven, facettenreichen Porträts von Künstlerinnen und Künstlern, mit denen der Fotograf Georg Krause zu tun hatte. Von hunderten gültigen Werken dieses Genres, präsentiert sich eine höchst konzentrierte Auswahl unter verschiedenen Aspekten, die die Ausstellung gliedert: Bilder aus dem Projekt “Steine ohne Grenzen” richten den Focus auf eine ganz besondere Art von Nähe. Aus einer face to face – Situation wollte ich dem Gegenüber direkt in die Augen schauen, sagt Georg Krause. Dafür mussten sie ganz nah ran an die Kamera, Kopf fixiert, Blende 8, Schärfentiefe gering… Letztlich sind als Resultat in den Porträts ausschließlich die Augen scharf, die Nasenspitze zum Beispiel beginnt zu verschwimmen, Utensilien, Haare, Hüte spielen mit unterschiedlichen Graduierungen von Schärfe. Die Wirkung von Material wird ausgereizt und formuliert so die Intensität der Blicke mit. “Krause sieht Mengerzeile”, Mengerzeile ist ein Atelierhaus, 1993 gegründet. Krause fotografiert für einen Angebotskatalog. Interessant in diesem Kontext ist die Darstellung von Aufeinanderbezogenheiten. Welcher Typ Mensch arbeitet an Kunst in welchem Raum. Atelier und Kunstschaffende, welches passt zusammen? Momente von Nuancen des aufeinander Einlassens entstehen. Zudem werden uns Künstler und Künstlerinnen, die in der Galerie Schöneweide ausgestellt haben, vorgestellt. Diesmal darf Farbigkeit miterzählen, die Wahrnehmung ändert sich, wird fließender, epischer. Beim “Hornung-Projekt” regiert, wie im größten Teil Krauses Oeuvres, “Schwarz-Weiß” als Macht, die das Abwiegen der Gewichte im Bild in oft so betörender Klarheit aus der Komposition folgen lässt, bis sie eine eigene intakte Kunstwelt bilden. Präzise und sinnlich gleichsam formulieren sich starke Setzungen, die für die von Petra Hornung mit ihren Texten begleiteten Künstlern als meisterliche Porträts gelten dürfen, die zur Versenkung verführen. “Die Steinbank” suchen wir schon gar nicht mehr. Als Titel hat sie aber jenen mental passend spröde poetischen Klang, der zum einen neugierig macht, zum anderen irritiert. Letztlich führt der Granitsitz ein geheimes Sagenleben in den realen Kindheitserinnerungen des Meisters, der den Mythos vom heldenhaften Räuberhauptmann, der sich eben dort ausruhte vom Gerechtermachen der Welt – einfach so zum Menschenbild stellt.

Von Petra Hornung, Kunsthistorikerin


Galerie Johannisthal

Sterndamm 102, 12489 Berlin

Öffnungszeiten:

Di – Do 12 – 19 Uhr

Fr 12 – 17 Uhr

Sa 15 – 19 Uhr

Der Eintritt ist frei.


Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa – Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Berlin