Die Basis von Babel


10. 5. bis 14. 6. 2014
Die Basis von Babel
Abstraktion in Malerei und Raum
Tiny Domingos, Kerstin Gottschalk, Alexander Klenz, Heike König, Antonia Nordmann, Tilbert Oelke, Uta Päffgen

Kuratiert von Kata Unger
Begrüßung: Rainer Hölmer, Bezirkstadtrat
Rede: Anne Fäser, Kunsthistorikerin
Musik: Jens Nordmann, Soundcollage
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 9.5. 2014, um 20 Uhr
Künstlergespräch am 13. Juni 2014 um 20 Uhr

Die Ausstellung „Die Basis von Babel – Abstraktion in Malerei und Raum“ in der Galerie Alte Schule Adlershof zeigt vom 10. Mai bis 14. Juni 2014 Arbeiten von Tiny Domingos, Kerstin Gottschalk, Alexander Klenz, Heike König, Antonia Nordmann, Tilbert Oelke, Uta Päffgen. Sieben Berliner KünstlerInnen, welche in den letzten Jahren eine klare und radikale Bildsprache entwickelt haben.Die Thematisierung der Facetten des malerischen Prozesses ist das Maß auf der Bildfläche, Zeichenfläche und in den Installationen. Sieben unterschiedliche Strategien konkreter und reduktiver Bildsprache, welche dank ihrer Arbeits- und bildnerischen Verfahrensweise eine unbedingt sinnliche Umsetzung finden.

Tiny Domingos Installationen, aus einfachsten Materialien und vorgefundenen Objekten, sind gewichtige Spannungsfelder. Eine Gratwanderung an der dünnen Grenze zwischen „tun“ und „nicht tun“, zwischen Kunstwerk und Idee, Kunstwerk und Alltagsobjekten.

Kerstin Gottschalk spürt im subtilen Umgang mit armen Materialien (Wachs, Karton, Spanplatten, Folie, Teig) deren eigentümliche stoffliche Präsenz auf, die sie durch die künstlerische Bearbeitung, den Eigenschaften des Materials folgend, in den Fokus der Wahrnehmung holt. Es entstehen minimalistische Raumobjekte und Bilder einer spröden und zugleich feinsinnigen Ästhetik. Der Akt der Handlung ist dabei im Werk immer nachvollziehbar und Teil dieser selbstreferentiellen Ästhetik.

Aus geometrischen Formen, klaren Linien, wilden Schraffuren und aquarellierten Flächen lässt Alexander Klenz Zeichensätze einer eigenen Grammatik entstehen. Jeden Tag eine Zeichnung in einheitlichem Format, ein visuelles Tagebuch mit Unterschrift, Datumstempel und Nummerierung, Entstehungsort und -zeit.

Die Arbeiten von Heike König sind temporäre Installationen, welche vor Ort produziert werden, jeweils bestimmt durch die Vorgaben des Raumes. Sie haben durch ihre Proportionen eine fast brachiale optische Kraft, so wird z.B. das Ziehen des Pigments über die Oberfläche von langen Papierbahnen zu einem sichtbaren malerischen Vorgang, einem Abbild der Dynamik der Bewegung.

Die Farbflächen in Antonia Nordmanns Raumarbeiten bestehen aus strengen geometrischen und organischen Formen. Ein Raumgefüge aus collageartig geklebten, nur mit zwei Farben bemalten, großformatigen Seidenpapieren wird im Gegenlicht zu einem kontrastreichen, farbig brillanten Bild – gleich einem Bleiglasfenster.

Tilbert Oelke beschränkt sich in seiner Malerei auf planparallele Farbstreifen. Diese Begrenztheit ist eine notwendige Voraussetzung, um die Komplexität der Farbwirkungen beobachtbar zu machen, wobei Proportion, Größe und Format wesentliche Faktoren werden. Seine Bilder sind keine seriellen Variationen, sondern unterscheidbare Einzelbilder.

Uta Päffgen richtet das Augenmerk auf die Art und Weise, wie ein Bild als „pure“ Malerei entstehen kann, auf das lustvolle Kräftemessen von Material und Form, Denken und Handeln. Die deutlich erkennbaren Pinselstriche geben den Rhythmus vor, sie verdichten sich im sukzessiven Nebeneinander- und Übereinandersetzen zu komponierten Farbräumen, die gleichzeitig als buchstäblicher Raum und imaginärer Raum auf der Bildebene sichtbar werden.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei kulturelle Angelegenheiten – Ausstellungsfonds kommunale Galerien Berlin

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