Aktuelle Ausstellung


13. August bis 17. September 2016

DIRTY MIND

Sonja Alhäuser, Sofie Bird Møller, Helge Leiberg, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Melissa Steckbauer

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 12. August 2016, 20 Uhr

Kuratiert von Christoph Tannert

Begrüßung: Michael Vogel, Bezirksstadtrat
Kurze Einführung: Reinhard Stangl
Musik: Camilla Barratt-Due, Akkordeon, Stimme

Einladungskarte >>>


Veranstaltungen zur  3. KGB- Kunstwoche:
14.09., 19 Uhr:
Hit the ground: on Radical Vulnerability –Melissa Steckbauer &Sadie Lune im Dialog (in Englisch)
15.09., 19 Uhr:
Der große Verlust (Haar) – Vortrag von Reinhard Stangl


 

Dirty Mind

Sonja Alhäuser, Sofie Bird Møller, Helge Leiberg, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Melissa Steckbauer

 

Seit der Antike sind erotische Motive in der Kunst präsent, aber der gesellschaftliche Rahmen der Sexualität hat sich, gerade in den letzten Jahrzehnten, deutlich geändert.

Die Künstler_innen der Ausstellung verleihen der Abbildung des Erotischen diverse Facetten und demonstrieren mit ihren Werken, dass Kunst und Sexualität nach wie vor politisch sind.

Weibliche Aktdarstellungen gab es übrigens schon in der Steinzeit, lange bevor die Schrift erfunden wurde. Man denke nur an die rund 30.000 Jahre alte, sogenannte Venus von Willendorf – ohne Gesicht.

Schaut man sich die erotischen Perspektiven der Beteiligten genauer an, kann deutlich zwischen männlichem und weiblichem Blick unterschieden werden. Die Skulpturen, Malereien, Zeichnungen und Objekte der Ausstellung stehen in einem Spannungsfeld, in dem die von Männern und Frauen unterschiedlich zu definierende Lust am Schauen in diverse Richtungen gelenkt wird. Zu sehen sind aktive wie passive Konstellationen, Zurschaustellungen, Projektionen, mythologisch bis märchenhaft aufgeladene Darstellungen – und gleichzeitig die Brechung derselben.

In der erotischen Sprache des Andeutens verstehen es die Künstler_innen die Blicke des Publikums zu verführen – und zwar mit den Mitteln der Kunst: per Liniengebung, Farbeinsatz und Komposition. Die expliziten Motive sind dabei nur der bildliche Rahmen über den die Verführung stattfindet. Wir haben es mit einer Situation zu tun, die in der Schwebe ist. Noch ist nichts eindeutig. Die Verführungssituation endet allerdings genau in dem Moment, in dem die Lage für die Betrachter nicht mehr offen, sondern klar zu sein scheint.

Aus diesem Spannungsfeld leitet sich auch der Titel der Ausstellung her. „Dirty Mind“ (englisch für Schmutzige Fantasie) heißt das dritte Studio-Album des legendären Musikers PRINCE, der für seine verführerischen popmusikalischen Mischungen aus R&B, Funk, New Wave, Pop und Rock bekannt ist.

Christoph Tannert, Kurator


 

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei kulturelle Angelegenheiten – Ausstellungsfonds kommunale Galerien Berlin