ZEITLÄUFE


29.6.– 03.8.2013
ZEITLÄUFE
Mechthild Ehmann, Skulptur, Peter Schulz Leonhardt, Arbeiten auf Papier

Begrüßung: Svend Simdorn, Bezirksstadtrat
Laudatio: Petra Hornung, Kuratorin
Musik: Ricarda Baubkus, Violoncello

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 28.06.2013, 20 Uhr
Finissage am 3.8. um 19 Uhr: „texte vor bildern“ – Lesung mit dem Schauspieler Alexander Bandilla, Berlin

In der Zeit vom 28.06. – 03.08.2013 präsentieren die Bildhauerin Mechthild Ehmann und der Zeichner und Graphiker Peter Schulz-Leonhardt ihre ´Zeitläufe´ in einer spannungsreich aufeinander bezogenen Schau.

Peter Schulz-Leonhardt ist zuvorderst Zeichner; ein Künstler, der in geradezu besessener Leidenschaft das zeichnerische Erfassen als Ausgangspunkt seiner Arbeit sieht. Seine Eindrücke sammelt er vor Ort: im Theater, beim Tanz, in Hinneigung zu Seelenverwandtschaften aus Literatur, Musik, Bildender Kunst. Bevor sie in großformatigen, farbigen oder schwarz-weißen Zeichnungen oder Druckgrafiken ihre Gestalt finden, führen sie ein höchst beseeltes Leben in seinen unglaublich schönen Skizzenbüchern. Seine Themenzyklen kreisen ebenso um Abgründiges, Surreales, Historisches, Erotisches, wie um Fauna und Flora, Kopf und Figur. Sein überaus reiches, kapriziöses Werk weist ihn als einen der bedeutendsten und hochkarätigen Zeichner und Grafiker seines Fachs aus. Weit über die Grenzen Berlins fasziniert er Sammler und Kunstkenner.

Mit ihrer geradezu klassischen Auffassung von Bildhauerei gehört Mechthild Ehmann mit ihrer sinnlich abstrakten Formensprache zu jenen Künstlerinnen, die mit ihrer Kunst Grundsätzliches zu ergründen suchen. Ihr Weg ist beredt und zeugt von ausschließlicher Auseinandersetzung. Ihre sensiblen ´realistischen´ Porträts in Stein oder als Guß markieren ihren Weg. In der Geisteshaltung sind sich die Beiden nahe. Auch Ehrmanns Kunst hat internationale Sammler und Kunstliebhaber. Auf den ersten Blick könnte die harmonische Ausgewogenheit und Oberflächenglätte ihrer Kunstwerke als reizvolle aber unverbindliche Ästhetik gedeutet werden, die den lesbar lyrisch, aggressiven Werken Leonhardts ein wunderbar beruhigendes Pendant bieten. Unter der Hand aber verdichten sich die Bildwerke von Mechthild Ehmann zu eigenständigen Spannungen, die im Stande sind, subtile, geradezu erotische Berührungen anzubahnen und natürlich höchst Eigenes zu sein. Das tut beider Werk gut. Die ausbalancierten Gewichte innerhalb ihrer Skulpturen sammeln sich nie erdenschwer. Vielmehr verweisen sie in Gänze und geschuldet der Form und dem Material – auf Gegensätze, auf sich widersprechendes im Spektrum von ´Natur und Politur´ – oft auf einem äußerst schmalen Auflagepunkt gebaut. Eine spannende Waagschale ist das.

Petra Hornung, Kuratorin

 

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