EIS und FEUER


11.10. -15.11.2014

EIS und FEUER – Landschaften und andere Spiegeleien
Dominique Auerbacher und Holger Trülzsch

Einführung durch die Künstler
Musik: Frank Paul Schubert – Saxophon, Johannes Bauer – Posaune
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 10.10.2014 um 20 Uhr
Künstlergespräch: Sonnabend, den 8.11.2014 um 20 Uhr

Das renommierte Künstlerpaar Dominique Auerbacher und Holger Trülzsch möchten in diesem Ausstellungsprojekt zwei gegensätzliche aber zugleich sich ergänzende und überschneidende Positionen darstellen: Sie verwenden die Antipoden FEUER und EIS für ihre unterschiedlichen Arbeits- und Herangehensweisen. Neben von Trülzsch gemalten großformatigen imaginären Landschaften, die in der Tradition erfundener Landschaften die Geschichte der Malerei gründeten, zeigen die Fotografien von Dominique Auerbacher kleinste Details von im Schnee auf Glas gemalten ungegenständlichen Bildern. Sie untersucht die Mehrdeutigkeit von Kunst als Denkweise.
Antipodisch zu den Einsstrukturen werden Feuerstrukturbilder gezeigt. Die Ausstellung ist dem europäischen Monat der Fotografie gewidmet.

Dominique Auerbacher, geb. 1955 in Straßburg, Professorin an der Graduate Scool of decorativ arts in Straßburg, lebt und arbeitet in Paris und Berlin
Holger Trülzsch, geb. 1939 in München, Studium an der Kunstakademie München sowie Studium der Soziologie und Psychologie, lebt und arbeitet in Berlin, New York, Paris

Die Künstler zum Projekt: Dominique Auerbacher – Holger Trültzsch
Landschaft – die Erinnerung des Vergessenen.
Landscape – paysage – paesaggio – imagination – Empfindung – Sehnsucht – Heimat – Holzweg – Horizont – Cosa mentale – Wanderung – Arkadia – Utopia – Reliefs – Sublime – HaHa – rêveries – Terra incognita – Natura naturans – Natura naturae – Gespraech im Gebirge – Voyage – Vedutte – Ansicht – Vogelflug – Pathos – Horizont – Pfad – chemin – Spiegelung…
„Die Landschaft stört mich in meinem Denken“, sagte er leise, „sie lässt meine Überlegungen schwanken, wie Kettenbrücken bei zorniger Strömung. Sie ist schön und will betrachtet sein.“
(Franz Kafka, „Ansprache an die Landschaft“)

Im Zentrum des Theaters der Erinnerung, den sieben Säulen im Hause der Weisheit Salomons, steht Apollon, Sohn des Zeus ,Gott des Lichtes, der Kunst und der Weissagung. Als der Satyr Marsias es gewagt hatte mit ihm über den Preis der Musik zu schachern, hatte er diesen bei lebendigem Leibe enthäutet – inmitten einer wunderbaren, friedlich anmutenden Landschaft (das Bild der Malerei).
Es gibt keinen Begriff, der das was man in unserer Kultur mit Landschaft zu bezeichnen gewohnt war, noch zutreffend umschreiben könnte.
Das Bild der Landschaft ist ohne die Geschichte des Geistes, der Kunst und der Philosophie, die Landschaft selbst ohne das Bild von ihr (und ihrer ökonomischen Geschichte) nicht lesbar.
Wenn die Landschaft aber keinen Raum mehr hat, bleibt ihre Geschichte auch keine der Erinnerung und Reflexion – sie kann nicht mehr gedacht oder beschrieben werden. Sie hat sich zum ökonomischen, medialen „Terrain“ verflacht, von temporären Produktionen und Brachen unterschiedlicher Art ökonomischer Interessen geprägt und verschwindet zum raumlosen Terrain geschichtslosen, unbedachten Designs.

Vielleicht vermag nur noch die Kunst der Landschaft einen Raum des Erinnerns, der Imagination zu schaffen, um wieder ein über unserer Zeit hinausgehendes Bild von ihr zu begründen…
ARBEITEN : MALEREI – FOTOGRAFIE – VIDEO – SCHRIFT INSTALLATION
1- laufendes Schriftband (-siehe oben*-) in Coellinblau hell durch die alle Räume,
2 – RELIEFS POLAIRES 100 x 350 cm Wandinstallation-Schrift-Inkjet Print
3- Malerei : im Schnee-Eis gemalte Landschaften
4- Fotografie : urbane Landschaften/Feuer/Spiegelungen/ Performance
5- übermalte Polaroids vergrößert auf aprox. 110 x 80 cm
6- TERRA INCOGNITA- fotografierte Details der Eismalerei, die selbst wieder imaginäre
Eislandschaften erzeugen.
7- Videoarbeiten : Arcadia (Schneelandschaft) /Aphrodites Geburt aus dem Sonnen-Feuer-Wasser

Holger Trülzsch
Berlin, im Oktober 2014

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei kulturelle Angelegenheiten – Ausstellungsfonds kommunale Galerien Berlin

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