Arno Bojak / Frank Diersch / Kata Unger



28.1. – 3.3.2012

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Arno Bojak, Frank Diersch, Kata Unger

Rede: Christoph Tannert, Kunsthistoriker
Musik: DER Spyra
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 27. Januar 2012, 20 Uhr

Bojak, Diersch und Unger leben in Berlin und arbeiten in Neukölln, Woltersdorf und Wedding. Drei Solitäre, die in ihrer Kunst Gegenwartsthemen und traditionelle Ansätze traumwandlerisch sicher verbinden. Dabei sind sie zu extremen Bildfindungen gelangt.

Arno Bojak (Malerei) ist ein echter Arbeiter am Bild. In seinen jüngsten Bildern gehen Gegenstand und Vortrag auf latent aggressive Weise neu zusammen. Die Idee des Malens, der Prozess des Bildens wird gleichsam durch deren Protagonisten erklärt und geheimnisvoll bewahrt. An die Stelle der lauten malerischen Signale in seinen früheren Arbeiten sind andächtige Stille und Raum getreten, welche in teils ur-zeitloser Tiefe Anwesenheit besitzen. Technik und Thema befinden sich im Einklang.
Arno Bojak: „Das Bild muss so weit getrieben werden, dass kein Millimeter Farbe mehr rein passt. Das Auge darf nie stillstehen. Alles muss da sein und verschwinden.“

Frank Diersch (Zeichnung) findet seine Themen in den Hinterkammern zwischen Tag und Traum. Die teils formal agierenden Lineaturen wechseln mit abgründigen Darstellungen scheinbar bekannter Figuren und Räume. Ideale Orte werden vorgeführt, welche unbewohnbar und
weltabgewandt erscheinen. Sie beheimaten einzig den brüchigen, staffelstabartigen Gedanken an bestehende visionäre Ziele im Papier.
Frank Diersch:“ Ich suche in meiner Arbeit nach einer Ordnung, in der ich mich bewegen kann“

Kata Unger (Bildteppich) ist mit ihren Bildern stilbildend einzigartig. In großformatigen Bildgeweben werden die Extreme der medialen Gegenwart auf persönlichste Weise behandelt, aufgebrochen und in aktive Positionen transformiert. Gesellschaftliche Prozesse an ihren Rändern sowie historische und private Utopie-Modelle geben die inhaltliche Taktung in malerisch freien, hypersubstanten Bildrealismen an. Kleinformatige Leinwände flankieren die Schlachtordnung zur Gänze, geben Auskünfte und stellen weiterführende Fragen.
Kata Unger: „Eben genau das machen, was in der Bildenden Kunst verrucht ist, Storys schreiben, verwerfen, wenn es nicht zum Strich, zur Farbe passt. Alles schwarz anstreichen. Sich alle verdammte Freiheit nehmen, und sich doch um Bildgesetze kümmern. Sein Handwerk nicht verleugnen. Aufs Abstrakte pfeifen.“

*Sag dem Ziel, es soll sich bewegen!
© text f.d.

 

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